Intel baut keine Mainboards mehr – naht das Ende des PC-Zeitalters?

Was ist denn das „PC-Zeitalter“?

Ich erwarte, dass der Allround-PC zu Hause über die nächsten Jahre hinweg sukzessive verschwindet. Diese Entwicklung zeichnet sich schon seit einiger Zeit ab, IBM bzw. Lenovo ist da ein prominentes Beispiel, und einige der strategischen Unfälle im Hause HP waren von der gleichen Entwicklung getrieben. Und einige habe ich bestimmt verpasst.

Vor kurzem war es noch so, dass schon viele Desktop-PCs von Ressourcenfressern wie Office an den Rand ihrer Leistungsfähigkeit gebracht wurden, und auf dem PC DVDs ansehen war anfangs ziemlich ruckelig. Heute läuft dieser Funktionsumfang auf einem Mittelklasse-Smartphone, und kaum eine Alltags-Anwendung lastet einen normalen PC auch nur annähernd aus. Nur Tastatur und Bildschirm der Smartphones sind für Vollzeit-Nutzung zu klein. Damit gibt es keine Daseinsberechtigung mehr für einen Allround-PC, der Allround-PC von morgen ist technisch ein Smartphone, nur das Gehäuse variiert: mal im Smartphone-Gehäuse, mal im Tablet-Gehäuse, mal in Form eines Zusatzgerätes zum Fernseher/Bildschirm (im Folgenden Mini-PC genannt): Im Gegensatz zu früher bestimmt das Interface zum User den Formfaktor.

Die Aufgaben verteilen sich auf spezialisierte Geräte. Zu Hause migrieren Emails, Web usw. auf Tablets und Smartphone, bei höheren Ansprüchen (z.B. Steuererklärung) ergänzt oder ersetzt durch Mini-PCs. Bald genügt eine Bluetooth-Tastatur und ein HDMI-Kabel, um Tablet oder Smartphone gelegentlich am Fernseher zu nutzen. Anspruchsvolle Spiele wandern hin zu den Konsolen, einfache Spiele gab es sowieso schon immer überall. Home Server gibt’s seit kurzem auch als spezialisierte Kiste zu kaufen.
Und etliche versprengte Allround-PCs bleiben bestimmt für meine Generation übrig, aber weil die dann auf einmal Nischenprodukt sind, werden sie auf einmal wieder etwas teurer, bevor sie mit der „Generation @“ aussterben.

Im Büro passiert Ähnliches: Büroarbeitsplätze verschwinden mit zunehmender Automatisierung der Verwaltungen sowieso immer mehr. Der Rest teilt sich auf auf Tablet/Smartphone, mini-PCs und spezialisierte Power-Workstations. Im Büro ist die Trennung der Aufgaben klarer, der kommerzielle Nutzen auch. Diese Entwicklung wird wahrscheinlich wesentlich von den Abschreibungszeiträumen bestimmt, d.h. in Deutschland müsste ein wesentlicher Teil dieser Entwicklung binnen drei Jahren „durch“ sein.

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